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Unsere Fachtagung 2009 Als ich die Einladung zur Bundesfachtagung des BvNW erhielt, war ich mir zunächst nicht sicher, ob ich daran teilnehmen wollte. Von Flensburg nach Wetzlar, das ist immer so weit. Lange Rede, kurzer Sinn, das Programm hatte mich neugierig gemacht. Naturphänomene und Wissensvermittlung der erste Vortrag, am Sonntag dann entdeckendes Lernen in der Natur. Tja, und dann die Arbeitskreise, was nehme ich da? Ich entschloss mich zu Wasser schafft Wissen und Schall – ein erfahrbares und erklärbares Phänomen. Richtig, ich habe mich dann angemeldet und dank König Fußball, der zu dieser Zeit regierte bin ich auch ohne Stau nach Wetzlar gekommen. Zugegeben, meine Entscheidung wurde ebenfalls von der jedes Mal dort erlebten guten Atmosphäre beeinflusst. Schon bei der Ankunft freundliche Begrüßung und gute Gespräche mit alten Bekannten. Bernhard Neugirg vom NAH und Maria-Luise Sander vom BvNW eröffneten gewohnt souverän die Veranstaltung. Prof.. Dr. Hans-Peter Ziemek zog mit seinem Vortrag, Naturphänomene und Wissensvermittlung, die Zuhörer schnell in seinen Bann. Mir ist hauptsächlich ein Teil des Vortrages in Erinnerung geblieben, der mich sehr angesprochen hat. Es als Erwachsener aushalten können, wenn die Kinder während eines Themas zu eigenen Ansichten kommen, auch wenn dies nach unserem eigenen Wissen falsch ist. Die eigenen Ideen der Kinder also stehen lassen, ihnen aber die Möglichkeit bieten ihre Ansichten und Thesen zu überprüfen. Klappt etwas so wie ich es mir vorgestellt habe, und wenn nicht, warum! Was muss ich verändern damit es funktioniert. Dies ist die Vorgehensweise mit der auch Wissenschaftler arbeiten. Sie stellen eine These auf, beschaffen sich dazu Wissen und Material, mit dem sie ihre Vermutung überprüfen können. Ich ertappte mich dabei, als ich dies hörte, wie schwer es mir fällt „falsche“ Aussagen der Kinder in unserer Einrichtung nicht zu korrigieren. Als ich wieder zu Hause war, sollte sich mir bald eine Möglichkeit bieten, dass Gehörte umzusetzen. Wir fanden etwas im Wald und schon bald entstand die Frage, was ist das! Es war leicht, aber auch hart usw. Viele Meinungen entstanden, viele Vermutungen wurden ausgesprochen. Ein Kind hatte die Vermutung es sei Schlacke. Nun entstand die Frage, was ist Schlacke! Dann kamen die Kinder sehr schnell zu der Frage, wie finden wir es heraus! Einer meinte ein Freund der Familie könnte es wissen und schon wollten auch andere zu Hause fragen usw. Es stellte sich heraus, dass es verschiedene Antworten gab. Straßenbau, Vulkane und Hochöfen kamen ins Gespräch, ja sogar im eigenen Körper gibt es Schlacke. Ich kann mir jetzt aus eigener Erfahrung viel besser vorstellen, wie anders das Gespräch verlaufen wäre, wenn ich den Kindern gesagt hätte, das ist Schlacke, die entsteht… Es erfordert also von allen Beteiligten eine offene Herangehensweise an Naturphänomene -und Objekte. Ich kann zum Moderator werden, der den Erkenntnisprozess begleitet. Die Einübung von Methoden und Denkweisen unterstützt die Kinder bei ihrem Lernprozess. Wenn man bedenkt, dass Naturwissenschaft in den Schulen zu 80% im Frontalunterricht vermittelt werden, so gefällt mir der Wissenserwerb durch eigenständige Arbeitsweisen (forschendes Lernen ) als Vermittlung bedeutend besser. In Wetzlar konnte ich beim Arbeitskreis `Wasser schafft Wissen´ das Gehörte auch erleben. Bau einen Wasserläufer aus den hier vorhandenen Materialien war die erste Aufgabe die uns Johannes Rech stellte. Um es vorweg zu nehmen: keiner von uns hat es geschafft, alle Exemplare schwammen, konnten nicht auf dem Wasser laufen, waren zu schwer für die Oberflächenspannung. Auch das Versenken von verschiedenen Materialien brachte Erstaunliches zu Tage. Können Büroklammern schwimmen? Wie ist es mit Rosinen? Hier konnten wir eindrucksvoll feststellen, dass eben Versunkenes doch schwimmt wenn man sich Hilfsmittel beschafft oder das Wasser verändert. Probieren Sie es selbst einmal aus. Am Sonntag dann „Entdeckendes Lernen - lernen“. Geschah der Vortrag von Prof. Dr. Ziemek noch im „Frontalunterricht“, lernten wir nun eine ganz andere Form des Vortragens kennen. Die beiden Referentinnen Ute Schulte-Ostermann und Sylva Jürgensen von der Naturspielpädagogik FH Kiel zeigten uns in einem eindrucksvollen Rollenspiel, wie und wodurch die Freude am Lernen entstehen kann. Neugierde weckt Interesse, Berühren und Ausprobieren schafft Verknüpfungen und lässt Gelerntes gespeichert im Gehirn zurück das dann jederzeit bei neuen Erfahrungen genutzt werden kann. Alte Erfahrungen können mit neuen Eindrücken in Zusammenhang gebracht werden. In der Natur entstehen täglich neue Anlässe, die neugierig machen und erfahren werden wollen. Schon Erlebtes wird in das eigene Handeln integriert. Die positive Vermittlung durch die beiden Referentinnen das Thema Lernen betreffend, hat mich wieder einmal darin bestärkt, dass Kinder im Waldkindergarten auf genau diese Art lernen. Mit Neugierde und Freude. Mit Neugierde bin ich dann in den nächsten Arbeitskreis gegangen. Schall – ein erfahrbares und erklärbares Phänomen. Maret Brunner vom BvNW, die als Erzieherin in einem Waldkindergarten in Hamburg arbeitet, hatte nicht nur mich neugierig gemacht. Wie kann man mit einer Stimmgabel Schall sichtbar machen? Was passiert wenn ich die Stimmgabel anschlage und dann auf meinen Kopf halte, was wenn ich eine Gabel an ein Band binde, dieses ein Stück um meine Finger drehe welche ich wiederum in meine Ohren stecke. Schlag nun die Gabel irgendwo an und es geschehen erstaunliche Dinge. Ich kann nur sagen: “Probiert es aus!“ Auch die Frage, kann man mit einem Papprohr und einem Luftballon eine Kerze auspusten. Anlässe für diese Experimente müssen vielleicht geschaffen werden, werfen aber sicher neue Fragen auf die dann gemeinsam bearbeitet werden können. Als Fazit kann ich aus meiner Sicht nur sagen: „Der Weg nach Wetzlar hat sich gelohnt.“ Vielen Dank an Alle, die dazu beigetragen haben. Karin Gimm Waldkindergarten Flensburg e.V.
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